Authentisch Führen

Nach Maslow handelt ein Mensch dann angemessen, wenn er aus seinem authentischen Selbst heraus handelt. Wenn wir wirklich authentisch sind, besitzen wir ein Sensorium, um in schwierigen Situationen bestens für alle Beteiligten zu agieren. An anderer Stelle jedoch weißt er darauf hin, dass, damit diese Voraussetzung gegeben ist, der Mensch frei sein muss von persönlichen Traumata oder negativen Prägungen. Ansonsten wird sein authentisches Verhalten überlagert von alten dysfunktionalen Mustern. „Da wo beim gesunden Menschen Wut an der richtigen Stelle ist, um Missbrauch zu unterbinden und wo sie aus gerechtfertigter Empörung fliesst, nimmt sie beim ungesunden Menschen die Farbe blinder Destruktivität an.“ Abraham Maslow

Kein Versteckspiel mehr, keine Tricks, keine Spielchen, die doch so schnell von den Mitarbeitern durchschaut werden können. Alles echt also, ist das das neue Rezept um Mitarbeiter zu führen? Kann es denn angehen, dass man im Business wirklich so sein kann, wie man tatsächlich ist?  Zunächst sollten wir definieren, was authentisch ist und was nicht. Wenn ich wütend bin, soll ich das zum Ausdruck bringen oder eher nicht ? Sofort jedem inneren Impuls nachzugeben, heisst nicht unbedingt authentisch zu sein; es bedeutet lediglich, dass ich impulsiv bin. Und alle Leute die gerne in bisschen impulsiv sind, halten sich für authentisch und verwechseln oft Authentizität mit Impulsivität.

Mentaler Kopf TamaraImpulsivität versus Spontaneität – zwei Aspekte der Authentizität:

  • Impulsivität, oft gleichzusetzen mit Unüberlegtheit. Das Prinzip ist: Was im Inneren ist, wird ungefiltert in Form von emotionalen reaktionen, Handlungen, Ausbrüchen, Jähzorn, cholerischem Gehabe, körperlicher Gewalt, Herausplappern des inneren Dialoges, nach Aussen gebracht. Solche Leute sind kaum zu bremsen, wenn sie mal in Fahrt sind und können ganze Familien, Teams oder Firmen tyrannisieren. Sie haben die unüberprüfte Auffassung, dass sie ein Recht haben, alles was in Ihnen ist, den Leuten um die Ohren zu hauen. Ohne Zweifel sind sie lebendig aber können auch ungeheuer anstrengend sein.
  • Spontaneität, steht schon auf einem ganz anderen Blatt als Impulsivität. Spontan sein will heute fast jeder. das Wort ist positiv besetzt, denn es kommt aus dem lateinischen Wort spons, was soviel wie freier Wille heisst. Wer also will nicht frei sein, ungezwungen, im gegensatz zu denen, die die anderen mit ihrer Impulsivität erschlagen, denn Impuls kommt von impellere, was so viel bedeutet wie anstossen und vom Stamm des Wortes her von pellere kommt und das heisst „schlagen“! Zurück also zu unserer geliebten Spontanität, die wohl eher verwandt mit dem ist, was wir authentisch nennen.
  • Authentisch heisst ist laut Kluge aus dem Griechischen authenticus abgeleitet, was zuverlässig oder richtig heisst. Wollen wir es auf unserer heute Zeit übertragen, dann würden wir es vermutlich am ehesten mit dem Begriff selbstbestimmt oder echt verwenden. Wir haben es also mit einem Menschen zu tun, der nicht nach Klischees handelt, sondern der von innen her handelt, aus innere Evidenz heraus, mit anderen Worten kein Herdentier, kein Massenmensch.

Der authentische Mensch

Wie also unterscheidet sich der authentische Mensch vom Massenmenschen. Maslow kann uns hier weiterhelfen, denn er untersuchte solche Menschen, die ein hohes Maß an Selbstaktualisierung aufwiesen. Nun haben wir hier schon wieder einen neuen Begriff. Frage ist also, was hat Maslow mit Selbstaktualisierung gemeint? Was kennzeichnet Menschen mit einem hohen Grad an Selbstaktualisierung? Maslow sagt dazu folgendes:

„Unter den objektiv beschreibbaren und messbaren Eigenschaften des gesunden Menschenexemplars befinden sich:

  1. Deutlichere, wirksamere Wahrnehmung der Wirklichkeit.
  2. Größere Offenheit für Erfahrungen
  3. Stärkere Integration, Ganzheit und Einheit der Person.
  4. Stärkere Spontaneität und Expressivität; volles Funktionieren; Lebendigkeit.
  5. Ein reales Selbst; eine feste Identität; Autonomie, Einzigartigkeit.
  6. Größere Objektivität, Distanz, Transzendenz des Selbst.
  7. Wiedererlangung der Kreativität.
  8. Fähigkeit, Konkretes und Abstraktes zu vereinen.
  9. Demokratische Charakterstruktur.
  10. Erhöhte Liebesfähigkeit

…..seiner eigenen Natur treu zu sein, sich selbst zu vertrauen, authentisch, spontan, ehrlich, expressiv zu sein, die Quellen für sein Handeln in seiner eigenen tiefen inneren Natur zu suchen.“

„…diese haben impliziert, ohne es auszuführen, daß man sich, wenn man sich authentisch verhalten kann, auch gut verhalten wird, daß, wenn man von innen heraus handelt, das Verhalten gut und richtig sein wird. Eine sehr klare Implikation besteht darin, daß dieser innere Kern und dieses reale Selbst gut, vertrauenswert und ethisch sind.“

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